JCON EUROPE 2026 | 20. bis 23. April 2026 | Cinedom in Köln
Wer heute über moderne Softwareentwicklung spricht, spricht zwangsläufig über Java. Kaum eine Technologie prägt die Enterprise-Welt so nachhaltig – und kaum eine Community ist gleichzeitig so lebendig, vielfältig und innovationsgetrieben. Genau hier setzt die JCON an: als Treffpunkt, als Plattform und als Erlebnisraum für Entwicklerinnen und Entwickler aus der ganzen Welt. Mit Teilnehmern aus über 70 Ländern hat sich die JCON längst zu einem internationalen Treffpunkt entwickelt. Dabei bleiben Offenheit, Wissensaustausch und Community-Gedanke zentrale Elemente.
Cinematic Coding: Live-Hacking auf der riesigen Kinoleinwand
Ein Alleinstellungsmerkmal der JCON in Deutschland ist ihr außergewöhnliches Setting: Konferenz im Multiplex-Kino. Was zunächst ungewöhnlich klingt, entfaltet schnell seine Wirkung: Live-Coding, Architekturdiagramme und komplexe Zusammenhänge werden auf der Kinoleinwand sichtbar – gestochen scharf, selbst aus der letzten Reihe. Dieses „cinematic coding“-Konzept ist nicht nur ein visuelles Highlight, sondern unterstreicht den Anspruch der JCON, Inhalte erlebbar zu machen – nicht nur konsumierbar.
Dein individueller Fahrplan: Flexibilität als Prinzip
Die JCON folgt keinem starren Ablauf. Stattdessen stellen sich Teilnehmende ihr Programm selbst zusammen – aus parallelen Tracks, Sessions und Workshops. Über das zentrale Schedule-Tool lassen sich Inhalte planen und priorisieren. Das Ergebnis: eine Konferenz, die sich an die Teilnehmenden anpasst – nicht umgekehrt.
Deep-Dives in die Praxis: Von Core Java bis zur produktiven KI
Mit über 100 Sessions und internationalen Top-Speakern deckt die JCON die gesamte Bandbreite moderner Java-Entwicklung ab – von Core Java über Cloud Native bis hin zu aktuellen Themen wie AI und Plattform-Engineering. Die Keynotes geben dabei die Richtung vor – von Sharat Chander mit einem Blick auf 30 Jahre Java über Johann Strauss und Markus Kett, die AI in produktiven Architekturen verorten, bis hin zu Markus Eisele, der den Fokus auf Softwarequalität im AI-Zeitalter verschiebt.
Im Fokus stehen konkrete Lösungen aus realen Projekten:
- Modernisierung bestehender Systeme
- Performance und Skalierung in Cloud-Umgebungen
- Integration von AI in bestehende Architekturen
- Best Practices aus echten Produktionssystemen
Wie konsequent dieser Praxisansatz umgesetzt wird, zeigt sich besonders im Workshop-Programm.
Der Workshop-Tag: Ärmel hochkrempeln und Code schreiben
Der vorgelagerte Workshop-Tag ist kein „Add-on“, sondern das praktische Fundament der JCON. In zwei Slots arbeiten Teilnehmende intensiv an konkreten Themen.
Die Highlights der Masterclasses:
- Sven Ruppert führt durch den Aufbau eines vollständig Java-basierten, selbst gehosteten RAG-Systems – mit Fokus auf Sicherheit und Datenkontrolle.
- Florian Habermann zeigt, wie sich GenAI-Architekturen mit JVector und EclipseStore ohne zusätzliche Infrastruktur umsetzen lassen.
- Christian Kümmel stellt in „Caching and Beyond – Smarter Data Processing with Java“ alternative Ansätze zur Datenverarbeitung vor, die Komplexität reduzieren statt erhöhen.
- Sandra Ahlgrimm und Bruno Borges demonstrieren in „Modernizing Java Applications with AI-Assisted Workflows“, wie sich bestehende Java-Anwendungen mit AI-Unterstützung modernisieren lassen – von Analyse bis Migration.
- Tim te Beek und Rick Ossendrijver hinterfragen in „Break Your Testing Habits“ etablierte Teststrategien und zeigen moderne Ansätze rund um JUnit.
- Don Bourne und Michal Broz zeigen in „Think AI is Only for Python? Think Again“, wie sich AI-Agenten konkret im Java-Umfeld einsetzen lassen.
- Mohammad-Ali A’rabi behandelt in „Java Supply Chain Security with Docker“ Sicherheitsaspekte entlang der gesamten Build- und Deployment-Pipeline.
- Cristian Schusztur zeigt in „Maintaining Legacy Applications Using AI Tooling“, wie sich bestehende Systeme mithilfe von AI effizient analysieren und weiterentwickeln lassen.
Die Kombination aus Hands-on-Formaten, kleinen Gruppen und erfahrenen Speakern macht die Workshops zum effektivsten Lernformat der JCON.
Fokus Zukunft: Der Premium AI Track für Enterprise-Systeme
Ein zentraler Bestandteil der JCON ist der Premium AI Track, der sich über zwei Tage erstreckt und den Fokus klar auf produktive Systeme legt. Hier geht es nicht um kurzfristigen Hype, sondern um Architektur, Betrieb und Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen konkrete Fragestellungen: Wie lassen sich AI-Modelle sinnvoll in bestehende Systeme integrieren? Welche Architekturentscheidungen sind tragfähig? Und wie bleibt Code trotz AI-Unterstützung wartbar?
Der Track umfasst eine Vielzahl hochkarätiger Vorträge, aus denen die folgende Auswahl einen Einblick in die thematische Tiefe bietet:
- Jonathan Vila (Sonar) mit „Seven Habits of Highly Effective AI Java Coding“, der den praktischen Umgang mit AI-generiertem Code und dessen Qualitätssicherung beleuchtet.
- Kevin Dubois (IBM) mit „Local Development in the AI Era“, der zeigt, wie sich AI-Modelle kontrolliert lokal betreiben lassen – mit Blick auf Kosten, Datenschutz und Reproduzierbarkeit.
- Brian Sam-Bodden (Redis) mit „Design Patterns for Multi-Agent Systems“, der verschiedene Architekturmuster für agentenbasierte AI-Systeme vergleicht und praktisch einordnet.
- Emily Jiang (IBM) mit „Building Intelligent Enterprises: AI-Powered Java with LangChain4j & CDI“, die den Einsatz von AI in Enterprise-Architekturen zeigt.
- Ronald Dehuysser mit „Green AI with JobRunr“, der nachhaltige Ansätze für Training und Inferenz auf der JVM behandelt.
Networking & Mentorship: Austausch mit den Java-Champions
Über die Vorträge hinaus bietet JCON direkten Zugang zu Experten, um individuelle Projektherausforderungen zu besprechen – einschließlich spezieller 1:1-Meetings mit den Referenten für fokussiertere und tiefgründigere Gespräche.
Der Mentorship Hub – unter anderem mit Java Champions wie Bruno Souza – gibt Teilnehmern die Möglichkeit, direkt mit erfahrenen Entwicklern über Architekturfragen, Karrierewege oder konkrete Herausforderungen zu sprechen. Ergänzt wird das durch spontane Diskussionen im Expo-Bereich oder in den Hallway Tracks. Auch die Happy Hour oder die VIP-Party schafft bewusst Raum für Austausch in kleinerem Rahmen – fernab der Bühne.
Zusätzliche Einblicke liefern Formate wie der Interview Booth mit Baruch Sadogursky sowie Podcast-Interviews mit Frank Delporte, die Gespräche aus den Sessions weiterführen, vertiefen oder Perspektiven der Teilnehmenden aufgreifen.
Zur Community-Kultur gehören auch Details wie die jährlich gestalteten JCON-Shirts, die für viele Teilnehmende längst Sammlerwert haben und für viel Gesprächsstoff sorgen.
Gerade diese Mischung aus geplanten und spontanen Begegnungen macht die JCON zu einem Ort, an dem Diskussionen über den Vortrag hinausgehen – und oft erst dort wirklich beginnen.
Nachhaltiges Wissen: Mehr als nur ein einmaliges Event
JCON ist nicht auf wenige Tage im Jahr begrenzt. Viele Vorträge werden aufgezeichnet und im Anschluss auf JAVAPRO online verfügbar gemacht – ergänzt durch Interviews und zusätzliche Formate aus dem Konferenzumfeld.
Parallel dazu werden Inhalte bereits im Vorfeld und nach der Veranstaltung vertieft: Auf javapro.io veröffentlichen nicht nur Speaker, sondern auch Entwickler sowie Experten aus der Community regelmäßig Fachartikel zu zentralen Themen – von AI über Architektur bis hin zu konkreten Best Practices.
Die Veranstaltung ist damit ein Knotenpunkt innerhalb eines ganzjährigen Ökosystems für Java-Profis.
Fazit
In einer Zeit, in der Technologiezyklen immer kürzer werden, braucht es Orte, die Orientierung bieten. Die JCON ist genau ein solcher Ort:
Ein Treffpunkt für Menschen, die Software nicht nur entwickeln, sondern gestalten wollen.
Ein Raum für Austausch auf Augenhöhe. Und ein Event, das zeigt, wie lebendig und zukunftsfähig die Java-Community ist.
Save the Date
Der Termin für die nächste JCON steht bereits fest:
JCON 2027
📅 31. Mai – 03. Juni 2027