JCON EUROPE 2026: Warum sich die Java-Community persönlich trifft

Jedes Jahr, wenn wir mit der Planung der JCON EUROPE beginnen, leitet uns eine zentrale Frage:

Wie schaffen wir eine Konferenz, die Entwicklerinnen und Entwickler wirklich gerne besuchen?

Nicht einfach nur eine weitere Veranstaltung mit Präsentationsfolien und Sponsorenständen. Kein Ort, an dem Menschen Informationen passiv konsumieren und anschließend wieder gehen. Wir wollten eine Umgebung schaffen, in der Entwicklerinnen und Entwickler aktiv miteinander in Kontakt treten, diskutieren, Ideen hinterfragen und gemeinsam reale Probleme aus der Praxis lösen.

Wenn ich auf die JCON EUROPE 2026 zurückblicke, glaube ich, dass dieser Geist überall spürbar war.

Vom 20. bis 23. April kamen im Cinedom-Kinokomplex in Köln mehr als 1.000 Entwicklerinnen und Entwickler aus über 60 Ländern zusammen, um sich über Java, KI, cloud-native Architekturen, Softwaremodernisierung, Developer-Tools und die Zukunft unseres Ökosystems auszutauschen.

Und trotz aller Veränderungen in unserer Branche wurde eines erneut sehr deutlich:

Community in Präsenz ist weiterhin wichtig.

Warum der Veranstaltungsort wichtig ist

Eines der markantesten Merkmale der JCON bleibt der Veranstaltungsort selbst: das Kino.

Auf den ersten Blick klingt es ungewöhnlich, eine Softwarekonferenz in einem Multiplex-Kino auszurichten. Aber sobald man Live-Coding auf einer riesigen Kinoleinwand erlebt hat, ergibt die Idee sofort Sinn.

Komplexe Codebeispiele bleiben selbst aus den hinteren Reihen gut lesbar. Architekturdiagramme lassen sich leichter nachvollziehen. Und bei Debugging-Sessions oder tiefgehenden technischen Erklärungen können die Teilnehmenden tatsächlich folgen, ohne winzige Schriftgrößen auf überladenen Präsentationsfolien entziffern zu müssen.

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Als Veranstalter hören wir häufig von Teilnehmenden, dass genau das die gesamte Lernerfahrung verändert. Es schafft ein stärkeres Gefühl von Fokus und Immersion als klassische Konferenzräume.

Und Java-Entwicklerinnen und -Entwickler schätzen Details.

Die eigentliche Konferenz findet zwischen den Sessions statt

Natürlich bot die JCON mehr als 100 Sessions, über 100 Speakerinnen und Speaker sowie Workshops zu Themen von OpenJDK-Interna bis hin zu KI-gestützter Entwicklung.

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KI-Workshop mit Don Bourne und Michal Broz

Aber wenn man mich fragt, was die JCON besonders macht, ist die Antwort einfach:

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Der Hallway Track.

Einige der wertvollsten Momente auf der JCON tauchen nie im offiziellen Programm auf. Sie entstehen nach dem Ende einer Session, wenn sich kleine Gruppen in den Fluren bilden und Gespräche ganz natürlich weitergehen.

Jemand stellt eine Anschlussfrage.

Eine andere Entwicklerin erklärt, wie ihr Team ein ähnliches Problem in Produktion gelöst hat.

Plötzlich stößt ein Framework-Maintainer zur Diskussion hinzu.

Fünf Minuten später ist aus einem kurzen Gespräch eine praktische Architekturdiskussion geworden, die für die tägliche Arbeit einer Person unmittelbar relevant ist.

Das lässt sich online nur schwer reproduzieren. Es lässt sich auch nicht wirklich streamen. Und es ist einer der Hauptgründe, warum Präsenzkonferenzen im Jahr 2026 weiterhin hochrelevant sind.

Eines meiner liebsten Feedbacks in diesem Jahr kam von Adam Bien:

“How do you measure the greatness of a conference? I arrived here, tried to walk around this small circle and it took me 3 hours, since I had so many nice people approaching me with interesting conversations.”

Ich finde, das bringt perfekt auf den Punkt, was die JCON besonders macht. Der Wert der Konferenz bemisst sich nicht nur an den Sessions im Programm, sondern auch an den spontanen Diskussionen, dem Wiedersehen mit alten Freunden und den unerwarteten Gesprächen, aus denen neue Ideen, Kooperationen oder manchmal sogar Lösungen für echte Produktionsprobleme entstehen.

KI war überall – aber auf pragmatische Weise

Künstliche Intelligenz war selbstverständlich eines der großen Themen der diesjährigen Konferenz.

Mit dem neuen Premium AI Track wollten wir das Thema aus der praktischen Perspektive von Java-Entwicklerinnen und -Entwicklern angehen, statt einfach nur dem Branchenhype zu folgen.

Die Diskussionen konzentrierten sich auf Fragen, mit denen Entwicklerinnen und Entwickler heute tatsächlich konfrontiert sind:

Wie kann KI die Entwicklerproduktivität verbessern, ohne Abhängigkeiten zu erzeugen?
Welche Modelle lassen sich realistisch lokal betreiben?
Wie gehen Organisationen mit datenschutzsensiblen Umgebungen um?
Wie sieht KI-Integration in bestehenden Enterprise-Java-Systemen aus?
Wie behalten Teams die Kontrolle über Architektur und Wartbarkeit?

Interessant war, dass die Gespräche deutlich differenzierter waren als noch vor einem Jahr.

Die Branche bewegt sich langsam über vereinfachende Narrative wie „KI ersetzt Entwickler“ hinaus. Stattdessen beginnen Teams zu verstehen, wo KI tatsächlich hilft und wo Engineering-Erfahrung weiterhin enorm wichtig ist.

Ein weiteres Highlight rund um den AI Track war die Verleihung des AI Sustainability Award durch den eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. und den KI Bundesverband an Dell Technologies und Cyrock.AI.

Der Preis würdigte eine bemerkenswerte Engineering-Leistung, die sich auf eine der größten Herausforderungen moderner KI-Infrastruktur konzentriert: den Energieverbrauch.

Die Unternehmen demonstrierten eine Architektur, die Rechenressourcen, Energieverbrauch und CO₂-Emissionen für Workloads generativer KI um bis zu 80 Prozent reduzieren kann. Besonders interessant für viele Teilnehmende war der pragmatische Engineering-Ansatz dahinter: Statt auf dauerhaft laufende monolithische Systeme zu setzen, nutzt die Plattform hochmodulare Recheneinheiten, die nur dann aktiv sind, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Die Diskussionen rund um diese Auszeichnung zeigten, dass die Zukunft der KI nicht nur durch die Fähigkeiten von Modellen bestimmt wird, sondern auch durch Effizienz, Nachhaltigkeit und die Fähigkeit, leistungsstarke KI-Systeme verantwortungsvoll und skalierbar zu betreiben.

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AI Sustainability Award 2026: Markus Kett von Cyrock.AI und Johannes Strauss von Dell Technologies

Das Java-Ökosystem entwickelt sich kontinuierlich weiter

Eine Sache, die auf der JCON immer wieder auffällt, ist, wie breit aufgestellt und gesund das Java-Ökosystem weiterhin ist.

Man trifft Beitragende aus dem OpenJDK-Projekt, Maintainer von Apache Maven, Expertinnen und Experten für Quarkus, Jakarta EE, Vaadin, Testcontainers, Spring, Anbieter von KI-Tools, Cloud-Provider und viele mehr.

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Und vielleicht am wichtigsten: Diese Menschen sind zugänglich.

Eine der Stärken der Java-Community war schon immer ihre Offenheit. Junior-Entwicklerinnen und -Entwickler können auf sehr erfahrene Engineers zugehen und einfach ein Gespräch beginnen.

Diese Kultur existiert weiterhin.

In diesem Jahr zeigte sich außerdem, wie stark Unternehmen weiterhin in Java investieren.

IBM präsentierte IBM Bob, die neue KI-gestützte Entwicklerplattform des Unternehmens. Microsoft baute sein Engagement in der Java-Community weiter aus. Unternehmen wie Azul, JetBrains, Moderne und viele andere trugen aktiv zu Diskussionen über Tooling, Modernisierung, Observability und Entwicklerproduktivität bei.

Das Ökosystem entwickelt sich schnell weiter, aber Java bietet weiterhin etwas äußerst Wertvolles:

Stabilität kombiniert mit kontinuierlicher Innovation.

Community bleibt das Fundament

Einer der bereicherndsten Aspekte bei der Organisation der JCON ist zu sehen, wie international die Veranstaltung geworden ist.

In diesem Jahr nahmen Entwicklerinnen und Entwickler aus mehr als 60 Ländern teil.

Unterschiedliche Branchen. Unterschiedliche Kulturen. Unterschiedliche architektonische Herausforderungen.

Doch sobald die Gespräche beginnen, sprechen alle dieselbe technische Sprache.

Das schafft eine ganz besondere Atmosphäre.

Man merkt schnell, dass viele Teams auf der ganzen Welt mit ähnlichen Fragen ringen:

Wie modernisieren wir Legacy-Systeme sicher?
Wie führen wir KI verantwortungsvoll ein?
Wie halten wir Systeme über Jahrzehnte hinweg wartbar?
Wie unterstützen wir jüngere Entwicklerinnen und Entwickler in ihrer Entwicklung?

Diese Diskussionen schaffen Perspektive. Und oft entstehen daraus auch Freundschaften.

Als Veranstalter ist es letztlich genau das, was wir aufbauen möchten:

Eine Konferenz, auf der Technologie wichtig ist, Menschen aber noch wichtiger sind.

Ein Moment, der diesen Geist besonders gut widerspiegelte, war die Verleihung des Java Community Leadership Award an Sharat Chander. Die Auszeichnung würdigte 25 Jahre Leidenschaft, Führung und Engagement für die globale Java-Community.

Über die Jahre hat Sharat eine wichtige Rolle dabei gespielt, Entwicklerinnen und Entwickler, Unternehmen, User Groups und Technologieführende im gesamten Ökosystem miteinander zu vernetzen, während er zugleich kontinuierlich neue Generationen von Entwicklerinnen und Entwicklern unterstützt und ermutigt hat.

Ihn auf der JCON zu ehren, fühlte sich sehr passend an, denn die Konferenz selbst basiert auf vielen derselben Ideen: Offenheit, Mentoring, Zusammenarbeit und langfristiges Community-Engagement.

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Java Community Leadership Award 2026: Sharat Chander und Richard Fichtner

Ausblick auf die JCON EUROPE 2027

Die Planung für die nächste Ausgabe begann bereits, während die diesjährige Konferenz noch lief.

Die JCON EUROPE 2027 wird vom 26. bis 29. April in Köln stattfinden.

Die Herausforderung besteht nun nicht einfach darin, größer zu werden. Die Herausforderung besteht darin, die Atmosphäre zu bewahren, die die JCON überhaupt erst wertvoll macht.

Während KI die Softwareentwicklung beschleunigt und Remote Work die Zusammenarbeit weiter verändert, glaube ich, dass Konferenzen wie die JCON noch wichtiger werden. Nicht, weil Informationen online nicht verfügbar wären. Sondern weil Vertrauen, Zusammenarbeit, Mentoring und echter technischer Austausch weiterhin am besten von Angesicht zu Angesicht entstehen.

Das Java-Ökosystem war schon immer ungewöhnlich stark von seiner Community geprägt. Die JCON existiert, weil Tausende von Menschen aktiv Wissen teilen, Meetups organisieren, Nachwuchs fördern, Tools bauen, Frameworks pflegen und einander dabei helfen, besser zu werden. Dieser Geist war in diesem Jahr überall in Köln spürbar. Und ehrlich gesagt gibt mir genau das viel Optimismus dafür, wohin sich Java als Nächstes entwickelt.

Weitere Eindrücke und Fotos von der JCON EUROPE 2026 sind auf Flickr verfügbar!

www.jcon.one

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