Kino, Code, Community: Die JCON EUROPE 2025 setzt neue Maßstäbe für Java-Events

Von praxisnahen Workshops über Live-Coding im Kinosaal bis zur Mentoring-Revolution – die JCON EUROPE 2025 in Köln war ein Fest für Java-Fans aus aller Welt.

Ein globales Treffen der Java Community

Vom 12. bis 15. Mai 2025 wurde Köln zum Epizentrum der internationalen Java-Community. Zur zehnten Ausgabe der JCON EUROPE pilgerten Entwickler aus über 60 Ländern und fünf Kontinenten in den Cinedom, um gemeinsam 30 Jahre Java zu feiern. Die Stimmung? Euphorisch, gemeinschaftlich – und immer mit einer Prise Humor.

„30 years of Java. 10 years of JCON. The spirit of celebration was everywhere,“ schrieb ein Teilnehmer auf Social Media treffend. Oder wie ein anderer es formulierte: „JCON feels more like a reunion of old friends.“

Ehrung durch Oracle: JCON feiert 10 Jahre – und wird gefeiert

Ein besonderer Moment der Konferenz: Oracle zeichnete das JCON-Team für zehn Jahre kontinuierliches Engagement in der Java-Community aus. Die Auszeichnung wurde persönlich von Sharat Chander (Java Community Lead bei Oracle) an Markus Kett (Founder JCON) und Richard Fichtner (Co-Organisator JCON) überreicht.

Diese Ehrung unterstreicht die zentrale Rolle, welche die JCON in der weltweiten Java-Community einnimmt – nicht nur als Konferenz, sondern als Plattform für Innovation, Austausch und Weiterbildung.

Workshops: Intensiver Einstieg in die Themenwelt

Bereits am Montag, dem ersten Konferenztag, startete die JCON mit einem vollen Tag praxisorientierter Workshops. In kleinen Gruppen wurde konzentriert gearbeitet, programmiert, getestet und diskutiert. Die Themen reichten von Testing (Christian Stein, Marc Philipp), Java-Performance und Caching (Florian Habermann, Christian Kuemmel), KI-gestützter Anwendungsentwicklung (Marta Tolosa, Sydney Nurse, Sven Ruppert) bis hin zu effizientem Deployment und Startup-Verhalten (Mark Stoodley). Parallel dazu fand der ganztägige Java Luminaries Summit, ein Treffen führender Java Spezialisten, in einem eigenen Raum statt.

Die Workshops boten eine ideale Gelegenheit, tiefer in aktuelle Technologien einzutauchen und direkt mit den führenden Köpfen der Szene zu arbeiten. Besonders geschätzt: die Mischung aus Theorie, praktischen Übungen und Raum für individuelle Fragen.

Viele Teilnehmende nutzten den Workshop-Tag als Einstieg in die Konferenzwoche – und berichteten von „wertvollen Aha-Momenten“ und „direkt umsetzbaren Learnings für den Alltag im Team“.

KI & GenAI: Das große Zukunftsthema für Java

KI ist jetzt auch in der Java-Community angekommen – und das Potenzial für Java ist gigantisch. Gerade im Enterprise-Umfeld, wo Java traditionell führend ist, treffen modernste KI-Technologien auf riesige, gewachsene Datenmengen – ein Schatz, der nun gehoben wird.

Kein Wunder also, dass Generative AI eines der dominierenden Themen auf der JCON 2025 war. Zahlreiche hochkarätige Vorträge und Sessions zeigten, wie sich GenAI in bestehende Java-Landschaften integrieren lässt: von LangChain4J über Vektor-Embedding-Modelle bis hin zu AI-gestützter Anwendungsentwicklung und Optimierung von Geschäftsprozessen.

Die Botschaft war klar: Java und GenAI ergänzen sich perfekt – und bieten gemeinsam enormes Potenzial für die nächste Generation von Enterprise-Anwendungen.

Konferenz mit Kino-Glamour

Statt nüchterner Konferenzräume flimmerten Live-Coding-Sessions über riesige Kinoleinwände. Die Idee, Tech-Talks mit Q&A über Slido im Kinosaal zu inszenieren, hat sich längst etabliert – und begeistert weiterhin.

Die JCON EUROPE 2025 bot an jedem Konferenztag eine inspirierende Keynote, welche die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit der Java-Welt unterstrich.

Am Dienstag eröffnete Markus Kett die Konferenz mit einer Keynote über „Java’s Ignored Potential“. Darin zeigte er, wie sich Performance-Probleme in datenlastigen Anwendungen durch Java-native In-Memory-Datenverarbeitung drastisch reduzieren lassen – ein Thema, das bei vielen auf großes Interesse stieß. Am Mittwoch nahm Sharat Chander, das Gesicht der internationalen Java Community, die Bühne mit „Happy Birthday, Java!“ ein – ein ebenso emotionaler wie informativer Rückblick auf drei Jahrzehnte Java-Geschichte, die mit Projekten wie dem Mars Rover oder den Olympischen Spielen längst globale Spuren hinterlassen hat. Den Abschluss bildete am Donnerstag  Mark Stoodley (Chief-Architekt Java bei IBM) und Markus Kett, mit „Rethinking Microservice Persistence“. Ein revolutionäres Konzept für Datenbank-Architekturen, Datenbanksysteme basierend auf einer Microservice-Architektur – weg vom Datenbankmonolithen, mit bis zu 80% Einsparungspotentialen bei Rechenleistung, Energieverbrauch, CO2 Emissionen und Cloud-Kosten.

Darüber hinaus überzeugte das Programm durch technische Tiefe, starkes Live-Coding und eine durchweg engagierte Community. Cay Horstmann begeisterte mit tiefen Einblicken zu Virtual Threads und Project Valhalla, Alina Yurenko führte in praxisnahen Sessions durch die Welt von GraalVM, während François Martin, Lize Raes und Andres Almiray Themen wie Testing, Security und generative KI mit Java lebendig und praxisorientiert aufbereiteten. Ergänzt wurde das Programm durch Sessions von Szenegrößen wie Brian Vermeer, Sandra Ahlgrimm, Simon Martinelli, Ana-Maria Mihalceanu und vielen weiteren, die das Kinoprogramm in ein echtes Java-Festival verwandelten und von den Teilnehmern gefeiert wurden.

Für alle, die nicht live dabei sein konnten: Alle Sessions und Keynotes sind auf dem offiziellen JAVAPRO-YouTube-Kanal verfügbar.

Mentoring Hub: Tiefergehende Gespräche statt Frontalvortrag

Ein echtes Highlight war das neue Mentoring-Format: Im Mentoring Hub trafen erfahrene Entwickler auf Nachwuchstalente und Berufseinsteiger. In kleinen Runden wurde diskutiert, gecoacht und inspiriert – ein Format, das über das klassische Konferenzmodell hinausging. Statt passivem Zuhören ermöglichte es direkte Gespräche mit erfahrenen Java-Profis.

Ob bei Sessions mit Bruno Souza, Gesprächen zu „Next Steps for Developers“ oder der Frage, wie man ein „mature developer“ wird – die Resonanz war durchweg positiv. „It added a kind of depth and connection that went beyond the usual conference experience“, so eine Teilnehmerin.

Ein Statement in Print: JAVAPRO zurück auf Papier

Ein weiteres, kaum übersehbares Highlight war das Comeback der JAVAPRO in Printform. Die Sonderausgabe “30 YEARS OF JAVA” war in kürzester Zeit restlos vergriffen – nach nur zwei Stunden war kein einziges Exemplar mehr am Stand verfügbar. Die Rückkehr der JAVAPRO als Printmedium wurde von vielen Teilnehmenden nicht nur als Überraschung, sondern als starkes Zeichen gewertet: Fachjournalismus für Entwickler ist relevant wie eh und je.

Wer leer ausging, kann die Artikel unter javapro.io nachlesen – sie werden sukzessive online veröffentlicht.

Die limitierte Special Editioin wird zudem auf ausgewählten Konferenzen verteilt und beinhaltet Artikel zu Core Java, GenAI, Microservices, Architektur, Frameworks& API, Testing, Security, Cloud, Rückblicke auf 30 Jahre Java-Entwicklung und Zukunftsthemen wie „GenAI mit Java“ oder neue JVM-Sprachen. Wer darauf nicht warten möchte kann die kostenlosen PDF Ausgaben abonnieren.

Community-Spirit & Gespräche bis spät in die Nacht

Nicht nur fachlich, auch menschlich setzte die JCON 2025 Maßstäbe. Der „Hallway Track“, das spontane Networking zwischen Sessions, sowie die 1:1 Speaker Meetings wurde rege genutzt. Viele sprachen von einer „Konferenzfamilie“ statt reinem Networking.

Ein gesellschaftlicher Höhepunkt war das VIP-Dinner am Mittwochabend – mit Vertretern der Java-Community, Speakern, Sponsoren und dem Orga-Team. In entspannter Atmosphäre wurde diskutiert, angestoßen und über die Zukunft von Java philosophiert. Das Dinner unterstrich den verbindenden Charakter der Veranstaltung – und bot Raum für persönliche Gespräche auf Augenhöhe.

Natürlich wurde auch gefeiert: 30 Jahre Java – mit allem, was dazugehört. In bester Stimmung wurde auf drei Jahrzehnte Innovation und Community angestoßen – inklusive einer eigens gestalteten Jubiläumstorte, die beim VIP-Dinner angeschnitten und gemeinsam genossen wurde. Ein süßer Moment, der das Gemeinschaftsgefühl noch einmal spürbar machte.

Neben Fachvorträgen und tiefgründigen Diskussionen sorgten auch kleine, verspielte Details für Begeisterung: Besonders beliebt waren die bunten Ribbons. Wer mit einem Regenbogen aus Badge-Erweiterungen wie z.B. „JVM“, „Star Trek“ und „Maven“ oder ähnlichen unterwegs war, hatte entweder Humor, ein breites Technikwissen – oder einfach eine gute Woche.

Jedes Jahr mit Spannung erwartet: die neuen JCON T-Shirts. Auch das Jubiläumsshirt zum zehnjährigen Bestehen war heiß begehrt und wurde von vielen Teilnehmenden direkt angezogen. Für manche haben diese längst Sammlerwert, und wer sich ein limitiertes Exemplar gesichert hat, besitzt nun ein Stück JCON-Geschichte.

JCON goes to the USA

Doch das war längst nicht alles. Erstmals offiziell angekündigt wurde es auf der Bühne in Köln und sorgt bereits für Vorfreude: Mit der ersten US-Ausgabe JCON @ IBM TechXchange vom 6. bis 9. Oktober 2025 in Orlando, Florida geht das Erfolgsformat JCON erstmals über den Atlantik. Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung – und ein klares Zeichen dafür, dass der Spirit der Community keine Grenzen kennt.

Ein Jubiläum, das verbindet – und Lust auf mehr macht

Zehn Jahre JCON, 30 Jahre Java, vier intensive Tage. Die JCON EUROPE 2025 war ein voller Erfolg – sowohl organisatorisch als auch inhaltlich. Sie zeigte eindrucksvoll, wie modern, vielfältig und zukunftsgewandt die Java-Community agiert. Ein riesiges Dankeschön an alle Teilnehmer, Volunteers und das gesamte Orga-Team sowie ganz besonders an unsere fantastischen Speaker, Partner, Aussteller und Sponsoren, welche die JCON EUROPE 2025 möglich gemacht haben.

Die Mischung aus Innovation, Praxisnähe, Mentoring und echter Community-Bindung macht die JCON zu weit mehr als einer Entwicklerkonferenz – sie ist Heimat für Java-Begeisterte. Wer nicht dabei war, hat definitiv etwas verpasst.

Gute Nachrichten: Das Recap-Video ist online, und die Session-Videos werden nun schrittweise veröffentlicht. Viele Vorträge können bereits gestreamt werden – eine hervorragende Gelegenheit, die Highlights noch einmal anzusehen oder verpasste Sessions zu entdecken.

Save the Date:
Die nächste JCON EUROPE findet vom 20. bis 23. April 2026 erneut im Multiplexkino Cinedom in Köln statt.

Mehr Infos: https://jcon.one

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